Passend zum super romantischen, vom Kommerz erfundenen, Valentinstag dachten wir, wir teilen mit euch ein paar Insights zu unserer derzeitigen Fernbeziehung. Der Artikel liegt irgendwo zwischen Ironie, Witz und Ratgeber und sollte vielleicht auch nicht ganz so ernst genommen werden. By the way: Passend zur heutigen romantischen Stimmung hat jeder von uns seinen Teil des Artikels getrennt geschrieben, bei sich zu Hause, in München und Stuttgart.

Die Ausgangssituation

Um kurz alle Leute abzuholen, die unser Leben nicht 24/7 auf Instagram verfolgen. Zurzeit arbeitet und lebt Berno in München und absolviert dort sein Praktikum bei ProSiebenSat.1, während ich in Stuttgart letzten Herbst meinen Master angefangen habe. Bernos Zeit in München ist aber auch begrenzt und schon fast vorbei (Ende des Monats). Wenn wir euch also von unseren Erfahrungen volllabern ihr das aber schon 2 Jahre lang so macht, dann erzählen wir euch hier wahrscheinlich auch nichts mehr Neues, ihr seid mit allen Beziehungswassern gewaschen!

Faktisch haben uns also 6 Monate und ganz genau 220km in letzter Zeit getrennt, mal sehen was das alles so mit sich bringt.

Die Upsides einer Fernbeziehung

Fangen wir doch mal mit den schönen Dingen einer Fernbeziehung an, denn obwohl das Wort jedes Klebepärchen und Aufmerksamkeitssüchtige komplett verschreckt, eine Beziehung auf Distanz hat nicht nur Nachteile. Der Hauptvorteil an so einer Beziehung ist Zeit, und vor allem Planbarkeit. Unter der Woche und an den Wochenenden an denen man sich nicht sieht hat man komplett Zeit für sich. Nicht falsch verstehen, in einer Beziehung sollte man diese Zeit genauso haben, aber so wird man regelrecht dazu gezwungen. Man ist mit seinem kompletten Planungshorizont nur auf sich selbst angewiesen, das vereinfacht manchmal die Dinge um einiges. Stichwort Planung, auch diese ist relativ einfach. Entweder man sieht sich an einem Wochenende nicht, also plant nur für sich oder man verbringt das Wochenende beieinander, also man plant alles gemeinsam, simple as that. Ein anderer schöner Aspekt ist die Vorfreude, sieht man sich regelmäßig nur alle zwei Wochen weiß man einfach was man an dem anderen hat und die Vorfreude sich zu sehen ist größer. Außerdem verfällt man viel weniger in Routinen, dafür ist ein Wochenende auch einfach zu kurz.

Die Downsides einer Fernbeziehung

Okay genug schöngeredet. Denn egal wie viel man über die tollen Dinge einer Fernbeziehung schreibt, eigentlich ist es schon eher maximal uncool. Die praktische Planbarkeit zum Beispiel kann auch von der anderen Seite betrachtet werden, und diese heißt: fehlende Spontanität. Man kann nicht mal schnell abends nach dem Bier mit den Freunden bei dem anderen vorbei oder wenn was zeitlich nicht passt einfach auf einen anderen Tag schieben. Alles ist geplant, Spontanität – Fehlanzeige! So ist das halt bei einer Fernbeziehung. Außerdem muss man seine kompletten gemeinsamen Aktivitäten immer an einem Wochenende durchboxen. „Lass zusammen in den einen neuen Film gehen!“, „Hier hat ein neues Restaurant aufgemacht, da will ich am WE hin“, „Die eine Freundin von mir hat Geburtstag, da sind wir eingeladen“, „Oh und Bilder für Insta müssen wir auch noch machen“. Ich denke ihr versteht was ich meine. Schnell wird aus dem entspannten Wochenende ein Aktivitätenmarathon. Da ist es manchmal auch einfach wichtig nicht zu viel zu planen und manche Sachen abzusagen bzw. ein andermal zu machen. Der dritte Punkt ist schlicht und ergreifend die miteinander verbrachte Zeit. Das klingt jetzt sehr einleuchtend aber man merkt es eigentlich erst, wenn man darüber nachdenkt. Sich 14 Tage nicht zu sehen und dann 2,5 Tage immer und dann wieder 14 Tage nicht ist einfach ein super unnatürliches Verhalten und das kann mein leider auch nicht umgehen oder groß anders machen.

Nichtsdestotrotz hat es bei uns im Rückblick ziemlich gut funktioniert. Ich bin mir nicht ganz sicher an was es lag, aber wenn man eine Weile drüber nachdenkt gibt es ein paar Faktoren die gegeben sein sollten:

Unsere 5 Fernbeziehungs Tipps:

Flexibel und Zuvorkommend sein

Dein Partner will dieses Wochenende unbedingt auf dieses eine Konzert aber du warst schon das letzte Mal bei ihm/ihr und eigentlich ist er/sie dran mit zu dir kommen? Egal! Tu ihm/ihr den Gefallen und geh einen Kompromiss ein. Es gibt bestimmt eine Situation in der du dir Flexibilität wünschst.

Regeln

Am Anfang einer Fernbeziehung sollte man unbedingt darüber sprechen wie oft man sich sehen möchte, sodass beide vom selben Standpunkt aus starten. Seid dabei aber unbedingt realistisch. Sich jedes Wochenende sehen wäre nice, aber geht das überhaupt? Stichwort eigene Freunde und Hobbys. Wir sind beispielsweise beide recht unabhängige und freiheitsbefürwortende Menschen, deswegen braucht auch jeder Wochenenden für sich, in denen er alleine etwas mit Freunden unternehmen kann. Aber das kommt auch auf die Erfahrung an.

Spontane Überraschungen

Ein Tipp der die Fernbeziehung aufleben lässt, sind spontane Überraschungen und kleine Aufmerksamkeiten. Es muss nicht immer gleich eine große Geste sein. Kleinigkeiten, die den Alltag beleben sind hier viel wirksamer. Zum Beispiel den anderen in sein Lieblingsrestaurant einladen.

Kommunikation

Auch hier könnt ihr eine kleine Routine entwickeln. Wir schreiben jeden Tag bei Whatsapp und schicken uns Sprachnachrichten wenn es mehr zu erzählen gibt. Außerdem telefonieren wir regelmäßig. Hier muss auch jeder für sich bestimmen wie oft „genug“ ist. Manche Paare telefonieren jeden Tag, andere schreiben nur alle 3 Tage mal. Es ist nur Wichtig, dass es für beide passt.

Das Positive sehen und das Alleinsein genießen

Auch wenn es sich doof anhört ist ein wichtiger Punkt in einer Fernbeziehung positiv in die Zukunft zu blicken. Gerade bei uns ist die Fernbeziehung nicht auf Dauer, sondern beträgt „nur“ ein halbes Jahr. Ein Zeitraum mit absehbarem Ende. Bei länger anhaltenden Fernbeziehungen ist klar, dass hier das Positive sehen nicht ganz so leichtfällt. Aber auch hier kann der Tipp helfen. Freut euch auf die gemeinsame Zeit und genießt sie, genauso wie ihr dann das Alleinsein genießen könnt. Ich mache mir oft bewusst, dass es auch schön ist nach dem Arbeiten seinen Bedürfnissen und Hobbys nachzugehen. Die Verpflichtung dem Partner gerecht zu werden fällt weg und der Fokus kann auf das eigene Leben gelenkt werden.

So, genug geratgebert. Im Endeffekt könnt ihr Folgendes aus diesem Artikel mitnehmen: Fernbeziehungen können ne richtige Bitch sein. Wenn man aber ein paar Regeln für sich etabliert ist es gar nicht mal so schlimm. In diesem Sinne, Happy V-Day für euch, euren Partner, euren Hund, oder eure Pizza!

Noch ein bisschen mehr persönliches aus unserem Leben findet ihr in unserem Jahresrückblick oder Daniels Bucketlist fürs neue Jahr.

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