Ein knappes halbes Jahr in Stockholm und los geht es schon in ein paar Tagen. In dieser Reihe schreibe ich über meine Erfahrungen und Erlebnisse in der schwedischen Hauptstadt. Im ersten Teil alles über meine Vorbereitungen und Gedanken bevor ich ins Auslandsemester starte. 

12.Juli 2018, ich sitze gerade in einem meiner Lieblingscafes in der Stuttgarter Innenstadt. In 20 Tagen geht es los, das Auslandssemester in Stockholm (eine tolle Seite mit vielen Infos: visitstockholm). Für alle die meine verzweifelten Aufrufe nach einer Wohnung auf Instagram nicht mitbekommen haben, hier nochmal ein bisschen catching up. Am 01.08. fliege ich von Stuttgart aus für mein Auslandssemester nach Schweden, genauer gesagt direkt in die Hauptstadt nach Stockholm. Mitnehmen werde ich 23Kg meiner Lieblingsgegenstände und Klamotten, die mich dann fünf Monate bis ca. kurz vor Weihnachten begleiten werden. Pünktlich zu Weihnachten geht es wieder zurück nach Hause. In dieser neuen Reihe möchte ich euch auf der einen Seite ein paar interessante und organisatorische Fakts mitgeben. Auf der anderen Seite will ich berichten wie es mir in meiner Zeit im Ausland ergeht und was ich alle so erlebe.

Wieso ein Auslandssemester? Wieso in Stockholm?

Aber erstmal ein bisschen zurück, wie hat die ganze Geschichte angefangen? Letzten Herbst habe ich meinen Master angefangen. Mit Beginn des Studiums war eigentlich schon klar, dass ich auf jeden Fall ein Semester im Ausland studieren möchte. Der Master an meiner Hochschule ist super, aber auch leider nur drei Semester kurz und das dritte von diesen Dreien ist schon die Masterarbeit. Also ist es nicht verwerflich, wenn man hier ein bisschen mehr draus machen möchte. Man arbeitet schließlich noch lange genug.

Ausland war also von vorne rein klar, aber welches Land sollte es werden? Wer mich kennt weiß, dass ich es mir bei solchen Entscheidungen immer sehr schwer tue. 1000 Mal wird die Entscheidung verworfen, neu gedacht und weitere Pros und Cons für jede Option gefunden. Am Ende hat aber dann doch das Bauchgefühl entschieden. Auf meinen zweiten Platz stand übrigens Kalifornien, hier jedoch nicht San Francisco oder LA sondern San Luis Obispo, eine relativ kleine Stadt. Da ich mich als Großstadtmensch sehe, der gerne viel von seiner Umgebung hat, hat dann die europäische Großstadt gegen die kalifornische Kleinstadt gewonnen. Eine Entscheidung, die ich nicht bereue und hinter der ich immer noch stehe. So, jetzt aber mal zurück zu den Vorbereitungen.

Auslandssemester in Stockholm Postkarte

Die Vorbereitungen

Die Bewerbung

Neben der tollen Erfahrung gibt es davor natürlich einige planerische Aspekte abzuarbeiten. In unsere Hochschule läuft das Ganze so ab: Es gibt viele verschiedenen Partnerunis bei denen man sich durch die eigene Hochschule bewerben kann. Partneruni deswegen, weil man hier keine Studiengebühren zahlt. Man bewirbt sich mit einem Motivationsschreiben, seinem Lebenslauf, dem Zeugnis bzw. der Modulliste und ab geht die Post. Bewerbungsschluss war der 31.12. und die Rückmeldung bzw. bei mir gleichzeitig die Zusage für meine Erstwahl kam dann irgendwann im Februar.

Finanzierung, Flüge & Versicherung

So weit so gut und wie geht es jetzt weiter? Die große Frage nach der Finanzierung habe ich mir natürlich nicht erst mit der Zusage gestellt, sondern schon früher. Lasst euch gesagt sein, jeder bekommt das irgendwie hin. Einen groben Plan sollte man aber schon haben, zumindest wenn man ein organisationsliebender Mensch ist wie ich – haha. Meine Finanzierung setzt sich folgendermaßen zusammen:

  1. Erasmus: Jeder von meiner Hochschule, der ins europäische Ausland geht, bekommt automatisch Erasmus. Die Höhe der Fördersumme richtet sich nicht wie beim BAFÖG nach der geförderten Person sondern nach dem Zielland. Schweden ist mit seinen hohen Lebenshaltungskosten natürlich an der Spitze. Deshalb hatte ich „Glück“ und es gibt immerhin den Höchstsatz  an Erasmus für mich – effektiv 350€ pro Monat. Damit kann man sich natürlich nicht den ganzen Aufenthalt finanzieren, aber es ist ein gutes Polster und das einfach noch ohne großen Bewerbungsstress o.Ä.. Für die restlichen Kosten sieht mein Plan folgendermaßen aus.
  2. Arbeiten: Dadurch das ich hier in Stuttgart als Freelancer von zu Hause aus arbeite, kann ich genau diese Arbeit mit weniger Umfang im Auslandssemester fortsetzen. Ich habe die Konditionen natürlich davor mit meinem Arbeitgeber besprochen, da die meiste Arbeit und Kommunikation sowieso von meinem Laptop und via Mailkontakt passiert. Nur die monatlichen Meetings müssen dann per Skype stattfinden. Das war meine finanzielle Rettung. Wenn ich die Arbeit nicht hätte weitermachen können, müsste ich mir definitiv was in Stockholm suchen.
  3. Unterstützung durch die Eltern & Erspartes: Wie das ganze Studium kann ich auch im Ausland auf die Unterstützung meiner Eltern setzen, die mir monatlich immer etwas dazu geben. Für weitere Ausgaben und vor allem für das Reisen davor oder danach, habe ich mir das letzte Jahr ein bisschen was angespart auf das ich dann zurückgreifen kann.

Da Stockholm jetzt nicht so weit entfernt ist war die Flugsuche und Buchung relativ unspektakulär und es bedarf hier eigentlich keiner weiteren Ausführung. Ich habe meinen Flug bei skyscanner.de gesucht und dann gebucht (bis jetzt nur den Hinflug). Da ich mich in Europa befinde war die Krankenversicherungsgeschichte auch kein Problem. Durch die deutsche KV ist man in ganz Europa mitversichert, man muss nur darauf achten, dass der Arzt keine Privatrechnung schreibt, easy peasy.

Die Wohnungssuche

Viel problematischer als Flug und Versicherung gestaltete sich die Suche nach einer Wohnung. Wie ich schon in vielen Erfahrungsberichten meiner Hochschule gelesen habe, ist die Suche ein richtiger Pain. Genauso habe ich es auch empfunden. Ich habe mich durch tausende Facebook Gruppen und Wohnungswebsites geklickt und teilweise nicht ein Wort verstanden (schwedisch weisch). Doch dann kam die Erlösung, ich hatte gleich zwei Wohnungsangebote. Eine Freundin von mir kennt ein Paar, die genau über die Zeit nicht in Stockholm sind und deren Wohnung leer steht. Zum Anderen hat sich meine Partneruni gemeldet und mir einen Wohnheimsplatz angeboten. Nach kurzem überlegen war die Sache aber relativ schnell klar. Der Wohnheimsplatz sollte es werden, ich habe mich aufgrund der Lage und vor allem wegen dem Anschluss zu anderen Studenten dafür entschieden. So war die erst schwierige Wohnungssuche schneller als gedacht abgehakt.

Auslandssemester in Stockholm Reiseführer

Die letzten Tage in Deutschland

22. Juli (10 Tage vor Abflug)

Zwischen dem letzten Abschnitt und diesem liegen 10 Tage. Wie ihr vielleicht schon in meinem Outfit of the Week gelesen habt, waren die letzten Tage voller Abschiede. Abschiede von sehr guten Freunden und jetzt auch von der Familie. Ich sitze gerade mit Berno im Zug von Karlsruhe an den Bodensee. Wir haben erst meine Eltern besucht und jetzt geht es in seine Heimat. Aber mal ganz ehrlich, diese ganzen Abschiede klingen so mega dramatisch, aber im Endeffekt sind es 5 Monate und manche Personen hätte man in dieser Zeit vielleicht einmal gesehen. Von dem her darf man da nicht so dramatisieren, man kommt ja auch wieder zurück – ne. Je näher das Abflugdatum rückt, desto bereiter fühle ich mich. Jetzt heißt es bald noch packen, Zimmer zusammenräumen und die letzten Tage in Stuttgart mit allen lieben Leuten und viel Sonne genießen. Ihr hört im zweiten Teil wieder von mir, dann aus der schwedischen Hauptstadt.

Auslandssemester Stockholm Vorbereitungen
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